Apfelernte mit oder ohne Folgen

Seit ziemlich genau drei Jahren bin ich nun schon Mitbesitzer eines wunderbaren Schrebergartens. Schrebergarten, klingt spießig, nach Gartenzwergen, Kleingartenverein und alten Omis und Opis. Ist es auch ein bisschen 😉

 

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Aber man kann es sich auch schön machen!

Unser Garten hat ca. 420 qm, was eine ganz schöne Größe ist. Darunter ist viel Wiese, ein von uns angelegtes Gemüsebeet, ein Gewächshaus, zwei Apfelbäume, Himbeeren, Brombeeren und eine Hütte mit Gerätekammer. Also alles da, was man braucht und eigentlich noch viel mehr.

 

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Die Hüttenfront wurde von den Vorbesitzern in einem tollen Schwedenrot gestrichen und sieht deshalb richtig gut aus! Wenn man sie allerdings von hinten anschaut, ist sie doch eher etwas baufällig. Aber nichtsdestotrotz hält das Dach dicht und bietet Platz für alles, was dort Unterschlupf sucht, auch Getier jeglicher Art 🙂

Wir versuchen uns soweit an die Regeln des Kleingartenvereins zu halten, wie wir unbedingt müssen. Alles andere bleibt auch ein bisschen verwildert.

Die beiden Apfelbäume werfen den ganzen Sommer über Äpfel ab, die dann von Schnecken, Wespen usw. angefressen werden und von uns meist genervt aufgesammelt und in den Müll gebracht werden. Natürlich springt da auch das ein oder andere Apfelmus oder ein Kuchen bei raus, aber die meisten Äpfel sind dafür einfach noch nicht reif genug.

 

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Im letzten Jahr haben wir uns zum ersten Mal über die Möglichkeit eigenen Saft zu pressen informiert und sind auf eine kleine Mosterei gekommen, die den Saft tatsächlich nur aus unseren Äpfeln gepresst hat. Wir haben ca. 70 kg geerntet, die schließlich 50 Liter Saft ergaben!

Das war der leckerste Apfelsaft, den ich je getrunken habe, naturtrüb, ungesüßt und vor allem mit dem Wissen, dass er aus dem eigenen Garten kommt! Bei der Presse und dem Abfüllen durften wir zuschauen und konnten den noch lauwarmen Saft in Flaschen gleich mit nach Hause nehmen.

So sollte es in diesem Jahr auch wieder werden.

 

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Der Termin bei der Mosterei war ausgemacht, Freunde als Erntehelfer eingespannt, Kaffee gekocht und Kekse mitgebracht, Sonne bestellt und so ging es los.

Erst wurden die schon runtergefallenen Äpfel aufgesammelt und unterschieden in: Saft-, Apfelmus- und Mülläpfel. Es war klar, dass es in diesem Jahr keine 70 kg geben würde, aber nachdem wir mit dem Fallobst schon fast einen Korb gefüllt hatten, waren wir uns sicher, wir würden die Mindestmenge von 50 kg auf jeden Fall erreichen. Mit Leiter und Pflücker wurden auch die noch hängenden Äpfel sicher geerntet.

 

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Doch wie heißt es so schön: Erstens kommt es anders…

Der erste Korb war voll, der zweite füllte sich bis zur Hälfte… und dann war Schluss! Der ein oder andere Apfel wurde noch am Baum entdeckt, trug aber leider nur noch unwesentlich zum Füllen des Korbes bei. Also, was tun?

 

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Keiner war sich sicher, ob es reichen würde oder nicht. Also nach Hause fahren, Waage holen, Korb wiegen und bestürzt sein. Beide Körbe ergaben nur 37 kg! Damit war der Saft wohl gestorben. Kann man eigentlich nicht einmal von Saftladen sprechen.

 

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Wir entschieden uns, viele Äpfel zu verschenken, die Nachbarn freuen sich und den Rest selbst zu behalten, jede Menge Apfelmus daraus zu kochen, Kuchen zu backen und was es sonst noch so alles gibt. Leider sind es keine Lageräpfel, sonst wäre das natürlich auch eine Möglichkeit gewesen. Vermutungen von verschiedenen (selbstauserkorenen) Apfelsortenkennern nach zu urteilen, ist die Sorte Gravensteiner, ein besonders fruchtiger Apfel mit leichter Säure und knackiger Schale. Auf jeden Fall ist er besonders lecker! Aber eben auch nur kurz nach der Ernte.

 

Gleich am Abend wurde noch 4 kg Apfelmus gekocht und das geht so:

Äpfel schälen, entkernen und in grobe Stücke schneiden.

3 EL Zucker in einem Topf erhitzen, bis er flüssig ist, dann die Äpfel dazugeben. Kräftig rühren, bis sich der Zucker vom Topfboden gelöst hat, dann nur soviel Wasser hinzugeben, bis die Äpfel nicht ganz bedeckt sind. Mehrere Minuten kochen lassen, dann Zimt und ggf. noch mehr Zucker zugeben, bis das Apfelmus deinem Geschmack entspricht. Noch weitere 2-3 Minuten kochen lassen.

Jetzt kann das Apfelmus in abgekochte Gläser gefüllt werden. Alternativ kannst du es auch abkühlen lassen, bis du es in Schalen oder Tüten füllst, um es einzufrieren.

Das Apfelmus in Gläsern würde ich nur im Kühlschrank aufbewahren. Eines meiner Gläser Apfelmus aus dem letzten Jahr ist einem Beschenkten nämlich schon einmal um die Ohren geflogen, weil es trotz dem Abkochen weitergähren wollte. Hinterher kann man darüber lachen. Aber in dem Moment war es nicht ganz so lustig, klebte doch das Apfelmus an den Küchenwänden. Warum gährte das weiter? Keine Ahnung. Hast du damit Erfahrung?

1 Kommentar

  1. H & M sagt: Antworten

    Reiche Ernte habt ihr da gehabt 😉

    LG
    Heiner und Maadien

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